Zum Inhalt springen

Nachricht

Ausgabe 02/2017

Ausgabe 02/2017 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

Hier lesen Sie die Ankündigung der Prof. Dr. med. Annegret Eckhardt-Henn zur neuen Ausgabe der „Ärztlichen Psychotherapie“. Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe ist die Psychosomatik in der Neurologie. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Ihre DGPM

Weiterlesen

Schwerpunkt Thema: Psychosomatik in der Neurologie

Gastschriftleitung: Prof. Dr. med. Annegret Eckhardt-Henn, Stuttgart
M. Neises

Die Autoren und Autorinnen gehen ein auf ein breites Spektrum psychosomatischer und somatopsychischer Erkrankungen auf dem Gebiet der Neurologie, der Neurootologie und auch der Orthopädie. Dabei geht es um Patienten, die oft erst nach langwierigen symptomatisch orientierten Behandlungsversuchen einer psychosomatischen Diagnostik und Behandlung zugewiesen werden. Es sind Patienten bei denen zu diesem Zeitpunkt oft schon eine Reduzierung der Lebensqualität, bei einigen mit massiven Einschränkungen durch hochdosierte Schmerzmedikation, ein ausgeprägtes Schonverhalten oder durch hohe Arbeitsunfähigkeitszeiten eingetreten ist. Nicht selten kommt es zur Frühberentung. Neben einer psychosomatischen Verursachung und Aufrechterhaltung der Erkrankung gehen die Autoren und Autorinnen ausführlich auf somatopsychische und komorbide psychische Störungen bei zugrundeliegenden Organerkrankungen ein. Als Beispiel seien die Multiple Sklerose und der Morbus Parkinson genannt. Zu den reaktiven psychischen Störungen bei diesen Erkrankungen gehören Depression oder Angststörungen. Sie treten häufig beim dekompensierten Tinnitus auf.

Im vorliegenden Heft werden neuere empirische und klinische Ergebnisse zu diesen Zusammenhängen vorgestellt und es vermittelt der Therapeutin/ dem Therapeuten deren Wahrnehmung. So leistet dies Heft einen wichtigen Beitrag zur rechtzeitigen psychosomatischen Diagnostik, anstelle sonst evtl. stigmatisierender Reaktionen. Ziel ist mit einer fachgerechten differenzierten Therapie den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Krankheitsursache besser zu behandeln. Damit kann den Patienten viel Leid erspart werden.

Als klinisch wichtige Themen seien genannt: Chronischer Rückenschmerz, dessen Lebenszeitprävalenz zwischen 80 und 90 Prozent liegt. Dieser Beitrag gibt grundlegende Informationen zur diagnostischen Einordnung des Krankheitsbildes. Es folgt ein Beitrag zur Migräne, eine häufige neurologische Erkrankung, die im psychotherapeutischen Alltag immer bedeutsamer wird. In einem weiteren Beitrag wird die spezifische Diagnostik und Klassifikation des primären und sekundären somatoformen Schwindels dargestellt. Des Weiteren werden die neusten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Stressbelastung und Tinnitus dargestellt. Es folgt ein Beitrag zur Fatigue bei Multipler Sklerose sowie zu deren kausaler Erklärung und ihrer Behandlung. Schließlich geht es um die Herausforderung hinsichtlich Diagnostik und Behandlung von dissoziativen und anderen psychogenen, nicht-epileptischen Anfällen. Die Beiträge liefern überzeugende Beispiele für eine breit angelegte psychosomatische Kompetenz und die notwendige Vernetzung von Fachgruppen. Last not Least sei auf einen Beitrag aus der Arbeitsgruppe Lieberz hingewiesen, die mit der Auswertung von Antragsverfahren im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie wichtige Einblicke in die Versorgungspraxis und Anstöße zu einer weiterführenden Diskussion geben.

Wie immer folgen Informationen zu aktuellen Entwicklungen der Fachgesellschaften DGPM und VPK. Zusammen mit allen Autorinnen und Autoren wünscht Ihnen die gesamte Schriftleitung Freude und Erkenntnisgewinn beim Lesen des Heftes.