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Ausgabe 01/2019

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Ausgabe 01/2019 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

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Themenschwerpunkt: Psychodiagnostik
Gastschriftleitung: Dr. med. Götz Berberich, Windach

Das aktuelle Heft gibt einen Überblick mit der Einführung der WHO-Klassifikation, ICD-10 und den damit verbundenen Widerständen aber auch dem Nutzen und die neu gewonnene Erfahrung blickt man etwa ein Viertel Jahrhundert zurück. In der Wahl des Themas für dieses Heft spiegelt sich ein intensives Bemühen um diagnostische Konzepte im Bereich der psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, womit auch deren Besonderheit Berücksichtigung finden soll. Zu diesen Bemühungen gehört neben der Weiterentwicklung der ICD-10 Diagnostik auch die Ausarbeitung der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD) und die Verankerung von Verhaltens- und Bedingungsanalyse in der Kognitiven Verhaltenstherapie. Anlass für dieses Heft ist nicht zuletzt die Veröffentlichung der revidierten Klassifikationssysteme DSM-5 und ICD-11.

Zu den einzelnen Beiträgen gehört eine Übersicht von Tritt und Mitarbeitern zu einem computergestützten Diagnostik nach ICD-10. Mit diesem System wurde die Reliabilität und Genauigkeit der ICD-10 Diagnosen angehoben, zudem ist darin auch ein Schulungsinstrument zu sehen, das sich beim Training im Umgang mit der ICD-10 Diagnostik als hilfreich erweist. Muschalla und Mitarbeiterinnen widmen sich der Erfassung und Dokumentation psychischer Beschwerden, Erkrankungen und Fähigkeitsbeeinträchtigungen in der somatischen Rehabilitation. Erst auf Basis dieser Diagnostik wird eine adäquate Weiterbehandlung eingeleitet und im Sinne einer an der Lebensspanne orientierten Behandlungskoordination gewährleistet. Mit der Veröffentlichung des DSM-5 und der Vorabversion des ICD-11 ergeben sich interessante Weiterentwicklungen im Bereich diagnostischer Einordnungen.

Für diesen Bereich stellt Lang-Rollin das Konzept der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung im ICD-11 vor. Das Bild der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) wird in der wissenschaftlichen Literatur schon lange diskutiert und im Vorschlag für die ICD-11 als neue Diagnose neben der posttraumatischen Belastungsstörung aufgenommen. Dazu werden interessante Konzepte der Diagnostik und Einordnung vorgestellt, besonders vor dem Hintergrund der Diskussion um die Abgrenzung zur Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Die Autorinnen Grimm und Huber widmen sich der Herausforderung in Diagnostik und Therapieplanung von älteren Patienten. Dabei geht es insbesondere um den Aspekt der Persönlichkeitsstörungen. Diese werden oft erst im Alter relevant oder treten auch erst im Alter auf.

Die Autoren Ehrental und Dinger greifen die Relevanz von Persönlichkeitsstörungen für die klinische Versorgung auf, betonen die Bedeutung einer präzisen Diagnostik für die Behandlungsplanung und deren Durchführung. Sie beschreiben beispielhaft an der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD-2) wie die Strukturdiagnostik in der Praxis aussehen kann und wie aus dem entsprechenden Befund Behandlungsprinzipien- und Strategien abgeleitet werden können.

Von Berberich selbst wird die Diagnose der Persönlichkeitsstörung nach ICD-11 vorgestellt mit dem dreistufigen diagnostischen Vorgehen, d. h. mit einer Feststellung der Funktionsbeeinträchtigungen, der Schweregradbeurteilung und schließlich der Differenzierung nach vorherrschenden Persönlichkeitsmerkmalen.

Die Autoren Happel und Zimmerman stellen eine klinische Persönlichkeitsdiagnostik anhand eines standardisierten Tagebuchs vor, dabei steht die Verhaltensbeobachtung in verschiedensten Situationen in Vordergrund.

Abgerundet wird das Heft durch Favas Feder: „Wer kann mir helfen?“ In seinem Plädoyer skizziert er eine wissenschaftliche Welt von Forschern und darin sich selbst auf der Suche nach „dem klinischen Faktor und Artikeln“, die ihm im klinischen Alltag Hilfestellung geben können.

So hoffen wir, dass das Heft einen Beitrag leistet, für ihre Suche nach Unterstützung bei ihrer täglichen klinischen Arbeit, sei es in der Praxis oder im Krankenhaus.

Zu guter Letzt finden sie die aktuellen Stellungnahmen der Fachverbände DGPM, VPK und BPM, und darüber hinaus interessante Buchvorstellungen sowie die Ehrung des Kollegen Wulf Bertram mit dem Egnér- Preis.

Noch ein Ausblick auf die nächste Ausgabe 2/2019 die sich dem Thema „Psychotherapie mit Älteren“ widmet.

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