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Ausgabe 02/2020

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Ausgabe 02/2020 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

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Anmoderation M. Neises Heft 2/2020 zum Sexualität in den Lebensphasen des Mannes
Schriftleiter Dr. med. Norbert Panitz

Aktuell liegt ein zweites Schwerpunkt-Heft zum Thema der Sexualität, und zwar der männlichen, vor. Der Schriftleiter des Heftes, Norbert Panitz, beschreibt souverän die Anliegen und Begrenzungen dieser Thematik vor dem Hintergrund der differenziert ausgestalteten Inhalte. Im Rückgriff auf die traditionelle Zweigeschlechtlichkeit bis hin zu „Adam und Eva“ zeigt sich das Potenzial für die genetische Durchmischung zweier Individuen hin zur Vielfältigkeit ihrer Nachkommenschaft. Dieser genetische und Überlebensvorteil verursacht aber auch einen langjährigen und „hohen Aufwand bis zur sexuellen Reife eines Lebewesens und bewirkt die grundsätzlich komplizierte Geschichte der Beziehung zwischen Mann und Frau“.  

Auch in diesem Heft geht es darum, wie sehr durch die Digitalisierung gesellschaftliche Sexualkonzepte und persönliche Moralvorstellungen in Frage gestellt oder abgestreift werden. Dabei ist eine These: „Männer erleben Frauen im Netz als Gelegenheit, Frauen suchen Perfektheit im Mann“ – inwieweit dies zutrifft mag jeder bei sich selbst überprüfen.

Das Anliegen des Heftherausgebers ist es „eine Momentaufnahme der menschlichen Natur aufzeigen, hier der männlichen Natur, im Spannungsfeld zwischen Biologie und Technik, Gesellschaft und Mensch, an der Schnittstelle von Gesundheit und Krankheit“. Nicht zuletzt, weil an dieser Stelle die Gesellschaft unsere fachkompetente Urteilskraft verlangt und die Patienten unseren heilsamen Einfluss.

In den hier ausgewählten Beiträgen vermitteln die Autor*innen Kenntnisse und Einsichten zu sexualbezogenen psychischen und körperlichen Erkrankungen, die uns als praktizierenden Psychotherapeut*innen, Orientierung und Sicherheit geben in Prävention, Diagnostik und Behandlung. In unseren Praxen werden wir im Hinblick auf die Lebensgeschichten und die therapeutischen Prozesse tagtäglich mit vielen Fragen unserer Patienten zu diesem Themenkomplex gefordert. Allen Beiträgen ist gemeinsam, dass sie einen Praxisbezug herstellen und die Handlungs- und Reflexionsebene unserer therapeutischen Arbeit bereichern.

Die Beiträge im Einzelnen setzen die folgenden Schwerpunkte:

  • Klaus Beier mit dem Thema „Sexuelle Präferenzbesonderheiten“ zieht die teilweise überlappenden Grenzlinien zwischen Paraphilie und sexuellen Verhaltensstörungen.
  • Georg Romer und Birgit Möller widmen sich in ihrem Beitrag der „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Jugendalter“.
  • Nicola Döring befasst sich in ihrem Artikel mit der „Sexualbezogenen Nutzung digitaler Medien“
  • Hannes Ulrich, Dorit Grundmann und Dirk Sander stellen das noch weitgehend unbekannte Phänomen „Chemsex“ vor, das heißt den Gebrauch psychotroper Substanzen im Kontext des männlichen Sexualverhaltens.
  • Reinhard Winter widmet sich in seinem Beitrag den Auswirkungen des fehlenden Vaters auf die sexuelle Entwicklung des Jungen und dessen Sexualität im Erwachsenenalter unter dem Thema „Feminisierte Kinderwelt und maskuliner Sex“.
  • Hermann Berberich gibt einen umfassenden Überblick zu der Frage der „Auswirkung chronischer Erkrankungen auf die Sexualität des Mannes“.
  • Kirsten Dammertz-Holterhoff, Carolin Jungbluth und Matthias Franz erläutern einfühlsam und appellativ den Behandlungsauftrag bei Pädophilie und deren Komorbiditäten.

Daneben finden Sie in diesem Heft wieder Favas Feder und die Ankündigung zu der neuen Rubrik „Aktuelle Leitlinien in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie“.

Den Abschluss bilden die ausführlichen Mitteilungen aus den Fachgesellschaften: DGPM, VPK und BPM, sowie eine Rubrik mit interessanten Terminen und der Ausblick auf das Heft 3/2020 zum Schwerpunkt: Innovative Kurztherapien.

Die Schriftleitung zusammen mit den Autorinnen und Autoren wünscht allen Leser*Innen eine erkenntnisreche Lektüre und viele Impulse für ihre Behandlung von jugendlichen und erwachsenen Männern.

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AEP 02/220