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Ausgabe 03/2019

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Ausgabe 03/2019 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

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Anmoderation von M. Neises zu Heft 3/2019 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie – Psychosomatische Medizin und Psychosomatische Grundversorgung“

Themenschwerpunkt: Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter
Gastschriftleitung: Dr. med. Dipl. Psych. Harald Tegtmeyer-Metzdorf

In der Einführung zum Thema betont Harald Tegtmeyer-Metzdorf eine Verbindung des somatischen, psychischen und sozialen Verständnisses von Krankheit und Gesundheit als "Königsweg zum Patienten" – dies gilt selbstverständlich auch für Kinder und Jugendliche. Dieser Thematik nimmt sich das vorliegende Heft vor dem Hintergrund an, dass in der Pädiatrie seit ca. zwei Dekaden epidemiologisch der Zusammenhang zwischen chronischer Krankheit und psychischer Störung gesehen wird. Dabei kommt dem sozioökonomischen Status eine besondere Bedeutung zu: Bei jedem dritten Jungen und bei jedem vierten Mädchen aus Familien mit niedrigem sozio-ökonomischen Status gibt es Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Diese Aspekte verdeutlichen, dass Kinder- und Jugendärzte mit einer bloß somatischen Herangehensweise der komplexen Thematik nicht gerecht werden. Der Autor verbindet dies mit einem Aufruf zu konstruktiver Zusammenarbeit und einer gemeinsamen Interessensvertretung der Spezialisten für diese Patientengruppe. Vertieft wird diese Perspektive in seinem eigenen Beitrag „Psychosomatik in der Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinder- und Jugendmedizin – eine Zwangsehe?“. Die weiteren Beiträge decken ein breites Spektrum der Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter ab. Dazu gehört der Beitrag von Hans-Jürgen Kühle zur „Biofeedbacktherapie funktioneller Störungen“. An zwei Fallbeispielen beschreibt der Autor den Nutzen dieser Methode in einem Lernprozess zu Autoregulation und erlebter Selbstwirksamkeit innerhalb weniger Sitzungen. Der Beitrag von Stephan Heinrich Nolte zum Thema „Der psychosomatische Zugang zu Miktionsstörungen und Harnwegsinfektionen“ vermittelt einen umfassenden Überblick zum Thema. Die psychosomatische Perspektive zeigt bei rezidivierenden Problemen, dass diese im psychodynamischen Kontext von Autonomie/Kontrolle stehen. Sie lassen sich im Blick auf die Familiendynamik verstehen und behandeln.

Stephan Springer beschreibt zum Thema „Autismus, ADHS und Intelligenzminderung“ die oft schwierige diagnostische Abgrenzung von Symptomen bei Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung und ADHS sowie Intelligenzminderung. In der Behandlung sind elternzentrierte Maßnahmen erwiesenermaßen wirksam. Im stationären Rahmen spielt eine teilhabeorientierte Sichtweise mit dem Ziel der Gruppenfähigkeit eine entscheidende Rolle. Dieter Kunert und Jochen Meister beschreiben Möglichkeiten und Grenzen der „Stationären pädiatrischen Psychosomatik“. In diesem Beitrag geht es sowohl um die Behandlung psychosomatischer Krankheitsbilder als auch um die komplexe Therapie chronischer körperlicher Erkrankungen.

Neben diesen vom Gastschriftleiter eingeladenen Übersichtsbeiträgen wurde ein frei eingereichter Beitrag von Miriam Haagen zum Thema „Das besondere Kind – krank oder hochbegabt?“ veröffentlicht. Daran entzündete sich eine spannende Diskussion mit divergierenden Betrachtungsweisen. Den daran Beteiligten (Harald Tegtmeyer-Metzdorf und Mechthild Neises) war es wichtig, den Beitrag dennoch zu veröffentlichen und mit einer Replik und einem Kommentar zu versehen. Wir würden uns freuen, wenn diese Diskussion durch die Leserschaft fortgeführt würde.

Auch in diesem Heft finden Sie Favas Feder, diesmal unter dem Titel „Ist hier noch jemand, der Patienten sieht?“

Den Abschluss bilden die ausführlichen Mitteilungen aus den Fachgesellschaften: DGPM, VPK und BPM sowie eine Rubrik mit interessanten Terminen und der Ausblick auf das Heft 4/2019 zum Schwerpunkt „Psychokardiologie“.

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AEP 03/2019
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