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Ausgabe 04/2017

Erstellt von M. Neises | |   Nachrichten

Ausgabe 04/2017 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

Sehr geehrte Damen und Herren, hier sehen Sie die Ankündigung von Frau Prof. Mechthild Neises zur Ausgabe 4/2017 der „Ärztlichen Psychotherapie“. Lesen Sie unter anderem „Spektrum der ärztlichen Psychotherapie“ Gastschriftleitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Mechthild Neises und Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger, Aachen . Wir wünschen Ihnen eine gute Sommer-Lektüre.

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Themenschwerpunkt: Spektrum der ärztlichen Psychotherapie
Gastschriftleitung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Mechthild Neises und Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger, Aachen

Das vorliegende Heft zeigt das Spektrum ärztlicher Psychotherapie und damit die zunehmende Bedeutung der Psychotherapie in der ärztlichen Tätigkeit. Günter Lempa greift unter dem Titel „Psychodynamische Psychotherapie der Psychose im ambulanten Bereich“ ein nach wie vor aktuelles Problem auf. Dabei ergänzt er die „Intrapsychische Sicht“ durch die „interpersonelle Sicht“, welche beschreibt, wie der schizophrene Patient seine Identität „dringend sucht und zugleich panisch fürchtet“. Das heißt: es geht nicht nur um den intrapsychischen Konflikt, sondern zugleich um zwei sich gegenseitig ausschließende Identitäten, die seiner eigenen und die der Person des Therapeuten. Wichtig sei nicht die „Einsicht“, sondern die „Modellerfahrung“ am Therapeuten. Dabei geht es um eine Bewältigung von Widersprüchen der Intrapsychischen Struktur. Lempa ergänzt damit die dynamische Psychotherapie der Psychose durch „Einsicht“ mit einem „Lernen am Modell“ des Therapeuten.

Friedrich Neitscher erinnert mit dem Blick auf die 40 Jahre zurückliegende Psychiatrie-Enquete an eine zentrale Wende im therapeutischen Umgang mit Psychosen. In dieser vom Bundestag beschlossenen Enquete, die Gesetzeskraft hatte, wurden 1973/74 die psychotischen Menschen aus ihrer Isolierung in weit ab gelegenen Bewahranstalten herausgeholt in die aktuelle Gesellschaft. Die seelisch Kranken wurden den körperlich Erkrankten gleichgestellt und seelische Störungen werden seitdem in der ärztlichen und pflegerischen Ausbildung nachdrücklich vermittelt. Psychisch Kranke wurden auch in die gesellschaftlichen Gruppierungen hinein aus ihrer Isolierung zurückgeholt.

Thomas Bock berichtet unter dem Begriff „Trialog“ die Hereinnahme von Angehörigen und Professionellen in das Gespräch mit den Betroffenen über die Behandlungsplanung, um durch „Wechselseitiges Lernen“ und Ringen eine „gemeinsame Sprache“ für das Krankheitsverständnis und die Hilfen für psychotisch Erkrankte zu finden und die Therapie zu verbessern.

Gerhard Schmid-Ott et al. heben in sozialer Perspektive Rollenkonflikte bei der Genese psychischer Störungen hervor unter dem unzureichenden Modell der „Work-Life-Balance“. Henrika Kleineberg-Massuthe et al. verdeutlichen in ihrem Beitrag „Psychotherapie mit Geflüchteten in Deutschland, Rahmenbedingungen und Behandlungsanforderungen“ alle Voraussetzungen in formaler und inhaltlicher Hinsicht für die genannte Psychotherapie. Volker Köllner et al. beschreiben in ihrem Beitrag zur „Psychokardiologischen Rehabilitation“ die gegenseitigen Wechselwirkungen bei Psychotherapie und Rehabilitation zwischen psychischen und kardiologischen Erkrankungen.

Die einzelnen Aspekte zur ärztlichen Psychotherapie im vorliegenden Heft geben in ihren jeweiligen Perspektiven wesentliche Entwicklungslinien und aktuelle Notwendigkeiten wieder. Wie immer folgen Informationen zu aktuellen Themen der Fachgesellschaften DGPM und VPK. Zusammen mit allen Autorinnen und Autoren wünscht Ihnen die gesamte Schriftleitung Freude beim Lesen des Heftes und einen ruhigen Ausklang dieses Jahres. Vielleicht nehmen Sie sich die Zeit für einen Leserbrief – Ihre Meinung interessiert uns.

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