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Ausgabe 04/2018

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Ausgabe 04/2018 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder,

hier finden Sie die DGPM Verbandsnachrichten aus der aktuellen Ausgabe der „Ärztlichen Psychotherapie“.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre DGPM-Geschäftsstelle

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Themenschwerpunkt: Psychotherapie online?
Gastschriftleitung: Dr. Rüdiger Zwerenz, Mainz und Prof. Dr. med. Manfred E. Beutel, Mainz

Die Gastschriftleiter mit ihrer breiten wissenschaftlichen Expertise zum Thema haben dem Schwerpunkt Psychotherapie online noch ein Fragezeichen hinzugefügt. So gilt unter den Pros, dass über das Internet und mittels E-Mails, sozialen Medien, Apps u. a. immer mehr technische Anwendungen in die psychotherapeutische Praxis eindringen und damit vielfältige digitale Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen. So betonen die Gastschriftleiter vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung, dass sich mit der Internetnutzung viele Chancen als Ergänzung zur psychotherapeutischen Versorgung ergeben. Seit dem Ende des Fernbehandlungsverbotes in Deutschland gibt es zahlreiche wissenschaftliche oder auch von den Krankenkassen geförderte Forschungsprojekte, die Online-Interventionen wie z. B. mobilbasierte Selbsthilfeprogramme entwickeln und erproben.

Ein gewisses Unbehagen ist allerdings zu spüren, betrachtet man insbesondere Kinder und Jugendliche, sei es im sozialen Umfeld oder seien es Patienten, die täglich eine exzessive oder süchtige Nutzung des Internets mit hohem Stundenumfang praktizieren. Auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext ist oft Verunsicherung zu spüren, wenn Fragen nach dem Einfluss dieses rapiden und in seiner Eigendynamik kaum absehbaren technologischen Wandels auftauchen. Für die psychotherapeutische Arbeit gilt unter den Kontra-Argumenten der Hinweis auf die therapeutische Beziehung, die in ihrem konkreten Miteinander als dialogische Präsenz von zentraler Bedeutung ist. Bei den vielfältigen Möglichkeiten ist zu beachten, dass sowohl auf Seiten der Patienten als auch auf Seiten der Behandler eine Akzeptanz bestehen sollte, aber nicht immer gleich von beiden Seiten gegeben ist. Im Resümee sind die vorgestellten Möglichkeiten wichtige Ergänzungen und als Bereicherung der psychotherapeutischen Versorgung anzusehen, aber keinesfalls ein Ersatz für reguläre Behandlungen im Bereich der psychosomatischen Medizin.

Die einzelnen Beiträge zeigen sehr facettenreich verschiedene Perspektiven auf das Thema. Von praktischen Erfahrungen in einem MVZ am Beispiel einer Videosprechstunde und Online-Netzwerk für pflegende Angehörige handelt der Beitrag von Norbert Panitz zum Thema Digitale Zeitenwende. Lesenswert ist der juristische Blick auf das Thema von Ulrich Franz in seinem Beitrag Bewertungsportale im Internet – Fluch oder Segen. Unter dem vielversprechenden Titel „Die Zukunft ist keine Insel, die darauf wartet entdeckt zu werden …“ –  Welche Impulse wir in die digitale Transformation der Versorgung geben sollten werden von Sven Jungmann Chancen und Risiken sowie tiefgreifende Veränderungen aufgezeigt, die in der täglichen ärztlichen Praxis mit der Digitalisierung verbunden sind. Von Christiane Eichenberg wird ein aktueller Behandlungsansatz beschrieben – Serious Games in der Psychotherapie: Wirksamkeit und Inanspruchnahme unter Psychotherapeuten und Patienten. In diesem Review geht es um den Einsatz von Computerspielen im psychotherapeutischen Kontext verbunden mit einer Befragung zur Einstellung von Psychotherapeuten und Patienten zu diesen neuen Behandlungsmöglichkeiten. Rüdiger Zwerenz und Manfred E. Beutel berichten von einem eigenen Projekt zur therapeutischen Allianz in einer psychodynamischen Online-Nachsorge. Dabei werden die Ergebnisse aus einer randomisiert kontrollierten Studie vorgestellt, die aus Patienten- und Therapeutensicht die Einschätzung ihrer therapeutischen Allianz mit den Behandlungsergebnissen in Zusammenhang bringt.

Zusammen mit allen Autorinnen und Autoren hoffen wir, dass die vorgestellten praktischen Erfahrungen und wissenschaftliche Ergebnisse weitere Fragen und ein Interesse anregen, sich mit dieser Arbeitsmöglichkeit auseinanderzusetzen. Nur aktiv können wir die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf unser Fachgebiet der ärztlichen Psychotherapie mitgestalten.

Lesenswerte Kurzbeiträge wurden von Giovanni A. Fava Wie kurz ist Kurztherapie? und von Peter Vogelsänger Das ärztliche Gelöbnis beigetragen.

Wie immer folgen Informationen zu aktuellen Themen der Fachgesellschaften DGPM, VPK und BPM. Versäumen Sie nicht die Terminankündigungen und die Mitteilung des Verlags Klett-Cotta sowie den Ausblick auf die nächste Ausgabe 1/2019: Diagnostik in der Psychosomatischen Medizin.

Die gesamte Schriftleitung wünscht Ihnen mit allen Autorinnen und Autoren eine anregende Lektüre.

Prof. Dr. Dr. med Mechthild Neises

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