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Psychosomatik in Zeiten von Covid-19

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wir alle befinden uns in einer Situation, die so noch nie dagewesen ist. Die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie halten uns nun schon seit Anfang März in Atem. Die bisher nicht vorstellbaren, aber unausweichlichen Einschränkungen unseres Lebens im beruflichen und privaten Bereich mit dem Ziel, die Infektionsketten zu unterbrechen, sind gravierend. Wir Fachärzte und Fachärztinnen erleben...

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Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wir alle befinden uns in einer Situation, die so noch nie dagewesen ist. Die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie halten uns nun schon seit Anfang März in Atem. Die bisher nicht vorstellbaren, aber unausweichlichen Einschränkungen unseres Lebens im beruflichen und privaten Bereich mit dem Ziel, die Infektionsketten zu unterbrechen, sind gravierend. Wir Fachärzte und Fachärztinnen erleben dies jeden Tag in der Klinik und in der Praxis, und wir sind mit Fragen konfrontiert, die eine schnelle und praktikable Lösung brauchen. Als Psychosomatiker*innen und ärztliche Psychotherapeut*innen sind wir insbesondere gefordert 

  • in der unmittelbaren Behandlung von Patienten, die u.a. Corona-bezogene Ängste entwickeln, die häusliche Isolation/Quarantäne meistern müssen, häuslichen Stress durch Kinderbetreuung erleben, Sorge um eigene (evtl. vorbelastete) Angehörige haben oder vermehrt häusliche Gewalt erleben,
  • in der Unterstützung, Beratung und Behandlung von Mitarbeiter*innen der Kliniken, die unter akuten Stressfolgesymptomen leiden,
  • in der Informationsvermittlung für besorgte und interessierte Bürger*innen, die eine Orientierung und Unterstützung im Umgang mit seelischen Belastungen durch das Coronavirus suchen aber auch
  • im eigenen Umgang mit den seelischen Herausforderungen dieser neuen Bedrohung und der Verarbeitung der zum Teil drastischen Bilder.

Viele Fragen rund um den Klinik- und Praxisbetrieb erreichen die Geschäftsstelle und den Vorstand der DGPM. Deswegen haben wir uns entschlossen, Sie über unsere Homepage durch aktuelle Informationen, Hinweise und Links aus seriösen Quellen in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Heute stellen wir Ihnen folgende Informationen zur Verfügung:

Zu den psychischen und psychosozialen Auswirkungen der Pandemie und deren Eingrenzung:

Zur Prävention und Behandlung akuter Ängste, Anpassungsstörungen und Folgen:

Hinweise zur Unterstützung von Mitarbeitern und Klinikteams:

  • Empfehlungen für den Umgang mit psychischen Hochbelastungsphasen in der Versorgung von Patienten mit COVID-19 der Universitätsklinik Tübingen - PDF
  • Hilfreich sind die Hinweise der Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Klinik Mainz, wo Sie unter der Überschrift“ Psychosomatische Versorgung in Mainz unter den Bedingungen der Corona-Pandemie weitere Informationen  und Links für Patient*innen und Mitarbeiter*innen finden. https://www.unimedizin-mainz.de/psychosomatik/startseite/startseite.html

Informationen für besorgte Bürgerinnen und Bürger:

Wichtige Sonderregelungen zur psychotherapeutischen Versorgung und zu Änderungen der Praxisabläufe:

Leider ist die Frage noch nicht geklärt, ob auch Gesprächsleistungen telefonisch erbracht werden dürfen. Die DGPM hat in dieser Woche zusammen mit dem BPM ein entsprechendes Schreiben an BMG, KBV und GKV SV versandt und auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer diesbezüglichen Erlaubnis und Abrechnungsmöglichkeit hingewiesen, da viele Patienten nicht per Internet zu erreichen sind. Diese Forderung wird auch von anderen Verbänden wie dem SPIZ und der Deutschen Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie gestellt, so dass hier Druck auf die Entscheidungsgremien gemacht ist.

Soweit wir weitere Informationen oder Handlungsempfehlungen aus einzelnen Kliniken oder Praxen mit Erlaubnis der Weitergabe erhalten, stellen wir auch diese Ihnen gerne zur Verfügung. Diese Seite wird ständig aktualisiert.

Wir hoffen, mit diesen Informationen hilfreich sein zu können bei der Orientierung in der aktuellen Situation, die gekennzeichnet ist durch große Unsicherheit und Verunsicherung.

Herzlichen Gruß und bleiben Sie gesund      

Prof. Dr. med. Johannes Kruse, Vorstandsvorsitzender DGPM 
Simone Kneer-Weidenhammer, Geschäftsführerin + Justiziarin DGPM

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