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Veranstaltungen

25. Februar 2023 | Erlanger Psychotherapietagung

Erstellt von Uniklinikum Erlangen | |   Veranstaltungen

Online-Veranstaltung
Zertifizierung mit 5 Punkten wurde beantragt

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

Anfang 2022 betrachteten die meisten von uns die Covid-19 Pandemie als überstanden. Nachdem wir zwei Jahre lang im „Krisenmodus“ gelebt haben, sind wir jedoch im Februar 2022 mit den furchtbaren Nachrichten aus dem Krieg überrascht worden. Die Politik spricht von einer Zeitenwende. Eine neue Fluchtbewegung führt erneut Millionen in unser Land. Erschwerend treten diese Veränderungen vor dem Hintergrund der Klimakatastrophe zutage, einer Bedrohung des Lebens auf unserem Planeten. Schließlich ist während der Pandemie eine andere Krise deutlich geworden, das Älterwerden der Bevölkerung. Die Gestaltung des letzten Lebensabschnitts, die Wahrung der Autonomie trotz der notwendigen Zuhilfenahme von vielfältigen Hilfestellungen, die Ängste um den Verlust der eigenen Selbständigkeit sind nicht zuletzt im social distancing bei älteren Personen sichtbar geworden. In der diesjährigen Tagung möchten wir uns diesen Themen zuwenden, die im Erleben unserer Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle spielen.

Prof. Dr. med. Christoph Nikendei referiert zum Thema „Psychische Auswirkungen der Klimakrise“. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Psychotraumatologie, Versorgung von psychisch belasteten Geflüchteten und Asylsuchenden sowie die Auswirkungen der Klimaveränderungen. Die Auswirkungen der durch uns Menschen verursachten Klimakatastrophe werden immer deutlicher. Die menschliche Psyche spielt für die Entstehung, die Bewusstwerdung und für notwendige Transformationsprozesse eine entscheidende Rolle. In seinem Vortrag werden unmittelbare Auswirkungen der Klimakrise auf die Psyche, Implikationen für die Psychotherapie und Mitarbeiter des Gesundheitswesens beleuchtet.

Prof. Dr. med. Gabriela Stoppe referiert zum Thema „Älterwerden als Krise. Autonomie und Bezogenheit in Familien von älter werdenden Menschen“. In ihrer Arbeit entwickelte sie Hilfestellungen nicht nur für Betroffene von Demenzerkrankungen, sondern auch für deren Angehörige. Sie ist Autorin mehrerer Bücher zur Ver- besserung der Versorgung psychisch kranker alter Menschen.

Prof. Dr. phil. Ralf T. Vogel trägt zum Thema: „Existenzielle Themen in der Psychotherapie“ vor. Endlichkeit und der Tod, der Sinn des eigenen Lebens, das Verhältnis von Freiheit und Bindung, das Annehmen von Leiden und Kranksein und die Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit sich selbst und anderen gegenüber, sind die existenziellen Themen, die in den Psychotherapien oft auftauchen, besonders in der aktuellen Schwellen- und Krisensituation. Trotzdem werden sie in der Psychotherapieliteratur wenig berücksichtigt und behandelt. Ralf T. Vogel wird einen phänomenologischen Zugang zu diesen Themen herstellen und ihren konzeptuellen Stellenwert als Basis für die psychotherapeutische Arbeit diskutieren. Zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten unserer Abteilung gehört die psychische Gesundheit von Migrantinnen und Migranten und interkulturelle Kompetenz in der Psychotherapie. In einem Vortrag möchte ich unsere Erfahrungen mit kollektiven Übertragungsphänomenen, und die Bedeutung der kulturellen Diversität in der Psychotherapie darstellen und referiere über Adaptationen verschiedener Therapiemethoden an die Versorgungsbedarfe von Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten. Wie immer wünsche ich uns allen einen erfolgreichen kollegialen Austausch und freue mich, Sie – wenn auch „nur“ online – in unserer Tagung begrüßen zu können.

Mit besten freundlichen Grüßen
Prof. Dr. (TR) Yesim Erim
Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung

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