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Veranstaltungen

26. Februar 2022 | Erlanger Psychotherapietagung: Frauen in der Psychotherapie

Erstellt von Universitätsklinikum Erlangen | |   Veranstaltungen

Samstag, 26. Februar 2022, 9.15 – 14.30 Uhr
Online-Veranstaltung

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

unsere Tagung muss leider auch im Jahr 2022 online stattfinden. Umso intensiver möchten wir das neue Medium der digitalen Konferenz mit Ihnen gemeinsam nutzen und freuen uns auf eine spannende Tagung!

Geschlecht und Geschlechtsidentität wurden in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit so intensiv wie noch nie wahrgenommen und mit vielfältigen Folgen debattiert. Ungleichheits- und Diskriminierungsprozesse sind keineswegs nur außerhalb des Behandlungsraums verortet. Mädchen und Frauen stehen vor vielfältigen biografischen Belastungen und Folgeerscheinungen. Das Verständnis für die Zugehörigkeit von divers identifizierten Personen steht noch in den Anfängen. Die Geschlechtszugehörigkeit stellt einen der wichtigsten Kernstücke der Persönlichkeit dar, doch sind geschlechterbezogene Aspekte in der modernen Psychotherapie nicht ausreichend untersucht. Aus diesem Grund haben wir renommierte Referentinnen für diesen Themenkomplex gewonnen:

Doris Feldmann und Silvia Gerlsbeck zeigen in ihrem Vortrag, dass sich die Wahrnehmung von Geschlecht im Sinne körperlicher Merkmale (sex) sowie im Sinne sozialer Rollen (gender) historisch immer wieder verändert. Dabei sind geschlechtliche Zuordnungen stets in Machtverhältnisse eingebunden, in welchen weitere kulturelle Unterscheidungen, wie soziale Schicht und ethnische Herkunft, wirksam werden. Die Referentinnen führen uns anhand von Beispie- len aus der englischen Kultur und Literatur in die Thematik ein.

Silke Brigitta Gahleitner diskutiert anhand einer qualitativen Studie die Bewältigungsprozesse von Frauen und Männern und verdeutlicht die Bedeutung von soziokulturellen Machtverhältnissen als wichtiger Mediator für den Bewältigungs- und Behandlungsverlauf insbesondere komplexer Traumata.

Anette Kersting gibt in ihrem Vortrag einen Überblick in die Thematik in der Psychosomatik und Psychotherapie. Geschlecht hat neben den Lebensbedingungen auch Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten sowie auf die psychotherapeutische Behandlung selbst.

Ausgehend von der spezifischen Entwicklungsdynamik bei Mädchen beschäftigt sich Inge Seiffge-Krenke mit Neid und Eifersucht unter Geschwistern, speziell unter Schwestern, die sowohl in Erwachsenen- als auch in Kinder- und Jugendlichen-Behandlungen großen Raum einnehmen. Neben den Differenzen zwischen Neid und Eifersucht – etwa in den Theorien von Melanie Klein – diskutiert sie die psychoanalytischen Theorien der Geschwisterbeziehungen und schließlich die Aufspaltung des Mutterbildes als wichtiges psychodynamisches Phänomen.

Wir hoffen auf einen intensiven kollegialen Austausch und eine bereichernde Zusammenarbeit – sowohl bei der Tagung als auch in Zukunft.

Mit besten kollegialen Grüßen

Prof. Dr. (TR) Yesim Erim
Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung

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