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Veranstaltungen

5. – 6. November 2021 | Beschleunigung und Entschleunigung

Erstellt von LWL-Universitätsklinikum Bochum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UK RUB | |   Veranstaltungen

28. Wissenschaftliches Symposium für Psychotherapie
Hörsaalzentrum (Zugang über Stadionweg), St. Josef-Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum

Sehr geehrte Damen und
Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“ – so war die Habilitationsschrift des Soziologen und Politikwissenschaftlers Hartmut Rosa überschrieben, die er 2004 an der Universität Jena einreichte. Ein Jahr später erschien diese als Taschenbuch und sollte sich bis heute zu einem wichtigen Werk der Zeitsoziologie mit einer beachtlichen Leserschaft entwickeln. Im Vordergrund steht die Hypothese, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in den Industriegesellschaften gemäß der universell geltenden Maßgabe der Effektivität eine Eigendynamik entwickelt hat, die Unstetigkeit und Hektik zur Folge hat: immer schneller, höher, weiter. Der Beschleunigung hat sich mittlerweile die Entschleunigung entgegengestellt. Langsamkeit ist dabei nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern als „angemessene Geschwindigkeit“. Nicht nur bezogen auf sich selbst, sondern auch auf den Mitmenschen und die Natur.

In den letzten Jahren ist hierzu ein größerer gesellschaftlicher Diskurs entbrannt. Nicht nur das Individuum, sondern ganze Gesellschaften bzw. Gesellschaftssysteme betreffend. Mit Entschleunigung als Ausdruck von Mehr an Zeit für sich, die Familie und die Freunde, die einhergeht mit Achtsamkeit. Mittlerweile ein geläufiger Begriff in der Psychotherapie und in der Ratgeber-Literatur insbesondere zur Stressbewältigung. Demgegenüber stehen auf Wettbewerb ausgerichtete Gesellschaftssysteme und eine umfassende Digitalisierung als Garant für die Erschließung neuer Märkte.

Nach der pandemiebedingten Pause im letzten Jahr knüpfen wir mit unserem diesjährigen Leitthema „Beschleunigung und Entschleunigung“ an die Symposien der letzten Jahre an wie „Schuld und Scham“ (2019), „Liebe und Partnerschaft“ (2018), oder „Veränderbarkeit – Ändern, Verändern, Anders“ (2017). Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Psychotherapie, der Neurobiologie, der Philosophie, der Literaturund Gesundheitswissenschaften werden wir aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren und blicken damit einem interessanten und spannenden Symposium entgegen.

Mit herzlichen Grüßen
Univ.-Prof. Stephan Herpertz

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