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Ausgabe 02/2021

Erstellt von DGPM | |   Nachrichten

Ausgabe 02/2021 der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin"

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Anmoderation M. Neises Heft 2/2021 Ärztliche Psychotherapie zum Schwerpunkt „Wert der sprechenden Medizin“
Schriftleiter: Dr. med. Irmgard Pfaffinger, München

Im vorliegenden Heft führt die Herausgeberin in ihrem Editorial die Leitgedanken aus, die zu diesem Heft geführt haben. Mit der Frage: „Was ist die sprechende Medizin eigentlich?“ wird diese in eine historische Tradition eingebettet, ausgehend von der Antike bis zum heutigen biopsychosozialen Modell von Gesundheit und Krankheit. Mit Bezug auf die empirische Forschung wird ausgeführt, dass eine patientengerechte Information und ausreichende Motivierung des Patienten zur aktiven Mitarbeit an der Verbesserung seiner Gesundheitsparameter sowie bei der Krankheitsbewältigung oder allgemein für den erwünschten Behandlungserfolg unabdingbar sind. Auch wenn damit keine Operationalisierung gegeben ist, so wird im allgemeinen Verständnis die sprechende Medizin als Sammelbegriff für alle ärztlichen Interventionen verwendet, welche die Kommunikation zwischen Arzt und Patient als Wirkfaktor nutzen. So lässt sich als „Ziel der sprechenden Medizin folgerichtig der informierte (aufgeklärte) Patient, der über seine Krankheit Bescheid weiß, ausreichend motiviert und auch in die Lage versetzt wird, beim jeweiligen Behandlungsprozess mitzuwirken“ definieren. Schließlich wird der lange und nicht abgeschlossene Weg einer Umsetzung beschrieben, wie im Rahmen der laufenden EBM-Reform die Bewertung der Gesprächsleistungen in verschiedenen Fachgebieten über die entsprechenden Gebührenordnungspositionen angehoben werden sollten.

Nach dieser Einführung bietet das vorliegende Heft eine Auswahl von sieben Beiträgen zum Thema „Sprechende Medizin“, die die folgenden Schwerpunkte setzen:

  • Im ersten Beitrag stellen Christian Brünahl und Jana Jünger et al. eine Methode zur Bestandsaufnahme der kommunikationsbezogenen Lehre vor und schildern deren Einsatz im Rahmen eines Pilotprojekts an der Medizinischen Fakultät Hamburg.
  • Peter Vogelsänger und Markus Herrmann stellen ausgehend von einer beziehungsorientierten hausärztlichen Praxis Strategien der Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Stressprophylaxe vor und in Anlehnung an das ReSourceProjekt entwickelte und implementierte »Magdeburger Achtsamkeitsmodule« (MAM) für die ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung.
  • Marion KollKrüsmann et al.gehen auf psychosoziale Unterstützung im Gesundheitswesen ein, z. B. für ärztlich und pflegerisch tätige Personen. Sie beschreiben neben Soft Skills – wie die sprechende Medizin oder kollegiale Unterstützungssysteme sie zur Anwendung bringen – auch etablierte Angebote z. B. des Vereins PSUAkut e.V.
  • Horst Poimann führt den Zusammenhang aus, wie kommunikative Kompetenz Fehler in der Versorgung reduziert und die Sicherheit und Zufriedenheit der Patient*innen und ihrer Angehörigen erhöht.
  • Irmgard Pfaffinger betont den Wert der Psychosomatischen Medizin sowie die Bedeutung einer angemessenen Honorierung im ambulanten Bereich.
  • Rüdiger Behnisch fordert, den Wert der sprechenden Medizin in der Psycho somatischen Medizin anzuerkennen und entsprechend zu vergüten.
  • Sigrid König stellt als Vertreterin eines Krankenkassenverbands die Bedeutung »einfühlsamer ArztPatienten-Gespräche« aus ihrer Sicht dar und verknüpft damit Forderungen an eine Ausbildung, die auf diese Aufgabe vorbereitet.

In „Favas-Feder“ stellt Giovanni Fava eine Fallgeschichte vor, aus der ein Merksatz zum Nachdenken anregen mag: „Heilung ist eine Einbahnstraße, aufgrund der Plastizität des Gehirns können wir nie wieder dahin zurückkehren, wo wir mal waren.“

Es folgen die ausführlichen Mitteilungen aus den Fachgesellschaften: DGPM, VPK und BPM.  Diese Verbandsnachrichten wie auch das Editorial sind frei zugänglich unter folgendem Link: https://elibrary.klett-cotta.de/journal/aep/16/2

Den Abschluss bilden zwei Buchbesprechungen zu „Evidenzbasierte Kommunikation in der Gesundheitsversorgung“ und „Medizinische Kommunikation – Grundlagen der ärztlichen Gesprächsführung“ sowie ein Leserbrief.

Die Schriftleitung zusammen mit den Autorinnen und Autoren wünscht allen Leser*Innen eine interessante Lektüre, mit Bedenkenswertem für ihre Behandlungen und Informatives aus dem berufspolitischen Hintergrund.

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